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Wachstum des Massenmarktes führt zu geringeren Batteriepreisen

Studien sagen bis 2020 übereinstimmend ein immenses, weltweites Marktwachstum bei mobilen Li-Ion-Speichern voraus: So prognostiziert der japanische Batteriehersteller Sanyo - ausgehend von 9,3 Mrd. Euro in 2011 - ein Wachstum bis 2015 auf umgerechnet 30,8 Mrd. Euro und bis 2020 auf 42,7 Mrd. Euro. Das US-Marktforschungsunternehmen IHS ISuppli veranschlagt den Batteriemarktzuwachs auf 21 Mrd. Euro  bzw. 38,5 Mrd. Euro (vgl.

Abschlussbericht Kabelloses Laden, S. 108-110). Was die Einschätzung so robust macht, ist die Verteilung auf die 3 Märkte Energienetze, mobile Geräte und Elektrofahrzeuge, wobei die stationären Speicher im Energiemarkt das Hauptwachstum übernehmen. Davon profitieren dann aber auch wieder die Stückkosten bei Zellen für Elektrofahrzeuge, selbst wenn dort das Wachstum nicht so stark ausfallen sollte.Der branchenübergreifende Einsatz von Batterien verspricht die besten Economies of Scale und somit die steilste Preisdegression. Dazu können die Zellchemien dann aber nicht mehr allein für den Automotive-Einsatz optimiert und spezifiziert sein. Kosten Li-Ion-Zellen derzeit noch das etwa Dreifache wie vergleichbare Speichertechnologien auf Blei-Säure-, Natrium-Schwefel- oder Nickel-Metallhydrid-Basis, werden sie den Prognosen zufolge bis 2015 die Kostenparität erreichen und 2020 die preiswerteste Alternative bei wiederaufladbaren Batterien sein - also die 1. Wahl für Hersteller von Elektro- und Hybridfahrzeugen   – falls bis dahin nicht schon andere Materialkombinationen die Kostenführerschaft übernommen haben. Dies lässt die aus mehreren Wachstumsmärkten und Phänomenen wie der Überproduktion getriebene Entwicklung erahnen, wie schnell die Batterie zur Massenware werden wird  Laut Roland Berger ist schon jetzt der Aufbau von Überkapazitäten abzusehen, der den Druck auf die Margen weiter steigert und die Produzenten noch stärker zwingt, ihre Kosten zu optimieren, das heisst, weitere Preissenkungen bei Batteriezellen und -packs zu realisieren. Auch nach Einschätzungen des Finanzinformationsdienstes Bloomberg New Energy Finance und des Marktforschungsinstitutes LuxResearch werden die weltweit entstehenden Produktionskapazitäten bei Li-Ion-Batterien den tatsächlichen Bedarf bei weitem übersteigen, weil nicht so viele Fahrzeuge prouziert werden können, wie Batteriepacks zur Verfügung stehen werden. Welcher Akku-Produzent nicht spätestens im Jahr 2015 einen jährlichen Umsatz von umgerechnet mindestens 600 Mio. Euro erwirtschaften könne, drohe mittelfristig vom Markt verdrängt zu werden, so die Analysen. Bis 2015 werden mit AESC, LG Chem, Panasonic/Sanyo, A123 und SB LiMotive lediglich fünf Konsortien bis 2015 die ersten 80% des Weltmarktes für wiederaufladbare Batterien unter sich aufteilen.