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PV-Lernkurve lässt Kostendegression auch bei Li-Ion-Batterien erwarten

Was an Preisdegressionen bei Fahrzeugbatterien noch erwartet werden kann, bzw. wie wahrscheinlich sie sind, zeigt ein Vergleich mit PV-Modulen, einer ähnlich komplexen Technologie wie Li-Ion-Batteriemodule: Während die Produktion von PV-Modulen zwischen 2000 und 2010 von 287 MWp auf 27.293 MWp um das Hundertfache stieg, erreichte der durchschnittliche Preis für Photovoltaikmodule in Europa im Sommer 2011 ein Niveau von 1,20 €/W, womit er um rund 70% unter den Kosten von 2000 (4,20 €/W) lag. Dabei brachte jeweils eine Verdoppelung des Produktionsvolumens eine Kostenreduktion von etwa 20% mit sich. Es ist kein Abflachen der Degression erkennbar. Im Gegenteil: Von Juni 2010 bis Juni 2011 sind die PV-Modulpreise in Deutschland um 25% zurückgegangen (vgl. Abschlussbericht Kabelloses Laden, S. 105-106).

Es kann daher als gesichert gelten, dass die Kostenentwicklung der Batterien der Lernkurve folgt. Als Lernfaktor wird die erreichbare Kostenreduktion bei Verdopplung der kumulierten Produktionsmenge bezeichnet. Bei Produktionsgütern ist ein exponentieller Zusammenhang zwischen den Produktkosten und der kumulierten Produktionsmenge empirisch nachgewiesen. Der langfristige Lernfaktor für PV-Module wird bei 15 bis 20% angegeben.

Einer Studie zufolge, die im Sommer 2011 gemeinsam von der Unternehmensberatung Roland Berger Strategy Consultants und dem Verband des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus (VDMA) veröffentlicht wurde, soll die Produktion von Li-Ion-Batterien von aktuell 1,6 Mio. kWh bis 2020 auf eine Größenordnung von rund 130 Mio. kWh anwachsen. Das würde wieder annähernd auf den Faktor 100 in 10 Jahren hinauslaufen. Wie bei den PV-Modulen im letzten Jahrzehnt.

Rechnet man also Preise für die Zukunft nach den Regeln der "PV-Lernkurve" prognostisch hoch und wählt dabei einen Ausgangswert von 1.000 €/kWh (2009), ist bei Batterien ein radikaler Rückgang der Preise auf unter 300 Euro bis 2020 zu erwarten. Eine Entwicklung, die umso mehr als plausibel erscheint, weil sie von Fahrzeug- und Batterie-herstellern wie Volkswagen, Nissan oder Sumitomo bereits vorweggenommen worden ist: