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BASF, Universität Waterloo: Neuartige Lithium-Schwefel-Batterie könnte Durchbruch für Elektroautos bringen

13.01.15

Eine Zellchemie, die bisher mit vielen Fragezeichen behaftet war, könnte den Durchbruch für Elektroautos bringen: Die kanadische Universität Waterloo hat, unterstützt vom größten Chemiekonzern der Welt (BASF), einen vielversprechenden, wiederaufladbaren Lithium-Schwefel-Akku (Li-S) mit einer neuartigen Nanobeschichtung entwickelt.

Li-S-Batterien können fünf- bis achtmal mal mehr Energie speichern als Lithium-Ionen-Akkus. Ein bisher ungelöstes Problem war jedoch, dass die Li-S-Verbindungen im Einsatz verdampfen, was schnelle Batterieentladung bedeutet. Jetzt ist es einer von BASF finanzierten Forschergruppe an der Uni Waterloo gelungen, den Schlüssel zur Kommerzialisierung zu finden: Die Nazar-Gruppe, die bereits 2009 die Machbarkeit der Li-S-Technologie bewiesen hat, dachte ursprünglich, dass poröses Karbon oder Graphen die Polysulfide physikalisch abfangen könnte. Tatsächlich scheint aber metallisches Titanoxid die Lösung zur Stabiliserung der Batterie zu sein.

Li-S-Batterien könnten Li-Ionen-Batterien schneller auf dem Massenmarkt ablösen als bisher erwartet. Entwicklern von General Motors (GM) ist es im Herbst 2014 gelungen, deren Zyklenstabilität zu verbessern. Zudem will das britische Unternehmen Oxis Energy im Frühjahr 2015 eine neue Li-S-Batterie für den Einsatz in Booten und Schiffen auf den Markt bringen, die bis zu 50 kWh Energie bietet. Hierzu hat OXIS bereits ein Abkommen mit GP Batteries getroffen, das die Batterien günstig in Singapur fertigen soll. 

Die Li-S-Batterien hätten einige Vorteile gegenüber Li-Ionen-Akkus: Sie müssten weniger häufig aufgeladen werden und man könne 100 % ihrer Kapazität ausschöpfen statt 80 %. Außerdem ist Schwefel ein Material, das im Überfluss vorhanden und dadurch billig ist.

Zur Originalquelle (Universität Waterloo, Januar 2015)