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Solarkraftwerke mit Bleisäurespeichern liefern Regelenergie - Prognos: In Zukunft günstiger als fossile Kraftwerke

04.12.14

Sie sind in Sekunden flexibel abregelbar und bald nicht mehr teurer als fossile Kraftwerke: Photovoltaik-Kraftwerke, die mit Großspeichern ausgerüstet sind. Die BELECTRIC GmbH beweist, dass es funktioniert: Vor wenigen Tagen hat das Unternehmen einen kosteneffizienten Bleisäure-Stromspeicher mit einer Leistung von drei Megawatt (MW) und eine Speicherkapazität von zwei MWh an das Solarkraftwerk Alt Daber in Brandenburg angeschlossen. Damit ist es das erste Solarkraftwerk Europas, das Regelenergie in der Hochspannungsebene analog zu konventionellen Großkraftwerken erbringen kann.

„Solarkraftwerke übernehmen zukünftig Funktionen der anspruchsvollsten Netzsteuerung. In Verbindung mit einem Speicher leisten sie einen wichtigen Beitrag, die Energieversorgung und Netzstabilität an die Erfordernisse der Energiewende anzupassen“, so BELECTRIC-Geschäftsführer Bernhard Beck. Verbunden mit einer Energy Buffer Unit ‚Made in Germany’ werden Solar- und Windparks zu Hybridkraftwerken, indem volatile Energieträger Systemverantwortung übernehmen und zum Fluktuationsausgleich beitragen. Die "must-run-Kapazitäten" konventioneller Kraftwerke können gesenkt und durch so ausgestattete erneuerbare Energien ersetzt werden.

Die Unternehmensberatung Prognos hat ausgerechnet, dass Freiflächen-Solarkraftwerke tatsächlich in Zukunft preiswerteren Strom erzeugen können als Steinkohle oder Erdgas - zumindest wenn die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen geschaffen werden (vgl. Studie 11/2014). Damit die Kosten der Solarkraftwerke niedrig bleiben, rät Prognos zum "Repowering", also einer nachträglichen Vergrößerung bereits bestehender Anlagen, das lediglich den Austausch von Modulen und Wechselrichtern erfordere. Nach durchschnittlich 5 Jahren Betrieb der Repowering-Anlage fielen nur noch die fixen Betriebskosten an. Diese lägen bei rund 1,5 Cent/kWh. In 25 Jahren könne man dann anstatt von PV-Modulen Folientechnik einsetzen, so dass "die Kosten für den zweiten Investitionszyklus noch niedriger" lägen.

Zur Originalquelle (BELECTRIC, November 2014)